Veröffentlicht am: So, 08. Oktober, 2017

Fünf Teams rücken in der Tabelle zusammen

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Nach der fünften Runde der Nationalliga A präsentiert sich die Meisterschaft ausgeglichener denn je. Gleich fünf Teams erspielten sich bisher 10 Punkte, wobei der Spitzenkampf zwischen Zürich und Luzern noch aussteht.

Lugano Femminile – FC Aarau Frauen 1:0 (0:0)

Der Start in die Meisterschaft missglückte den FC Aarau Frauen gründlich. Zuletzt mussten sie sich in einem Nachtragsspiel gegen den FC Basel gleich mit 0:7 geschlagen geben. Ausgerechnet bei den heimstarken Luganesi setzte sich Trainer Andreas Zürcher den ersten Punktgewinn zum Ziel. Die erste Halbzeit machte aber nicht den Anschein, als könnte man dieses ambitionierte Ziel erreichen. Zu ungenau war das Passspiel, zu ineffizient die Gegenstösse. Immerhin konnte man das Tor von Fabienne Kohler mit vereinten Kräften gegen die drückend überlegenen Tessinerinnen ausreichend verteidigen. Möglichkeiten, den Führungstreffer zu erzielen, gab es keine. Mal abgesehen von einer Kopfballchance nach 36 Minuten.

Nach dem Seitenwechsel waren die Kräfteverhältnisse etwas ausgeglichener. Lugano liess etwas mehr zu und Aarau erarbeitete sich die eine oder andere Möglichkeit. So hatte die zurückgekehrte Antje Notter nach 70 Minuten den Führungstreffer auf dem Fuss, verpasste das Tor aber knapp, Julia Höltschi jubelte nach 80 Minuten, doch wurde ihr der Treffer wegen eines Abseits aberkannt. So waren es am Ende doch wieder die Tessinerinnen, die sich drei Punkte gutschreiben liessen. Eine Unachtsamkeit der Gäste nutzte Cara Curtin von der Mittellinie aus, lief auf Kohler und konnte kurz vor dem Schlusspfiff den einzigen echten Treffer der Partie erzielen. Aarau wartet damit weiter auf den ersten Punkt in der Nationalliga A, Lugano gesellt sich zu den 10 Punkte-Teams, aufgrund des schlechtesten Torverhältnisses des Quintetts aber nur auf Rang 5.

Yverdon Féminin – FC Basel 1893 0:2 (0:0)

Nicht nur Aarau, auch der Traditionsverein Yverdon Féminin wartet weiterhin auf den ersten Punkt in dieser Spielzeit. Diesen gegen ein, nach dem Kantersieg gegen Aarau von Selbstsicherheit strotzendes Basel zu erspielen, war aber kein einfaches Unterfangen. Auch Yverdon vermochte, nicht zuletzt dank einer starken Estelle Zurkinden im Tor, den Gegentreffer bis zur Halbzeit zu verhindern. Basel erhöhte nach der Pause die Kadenz und wurde für die Bemühungen belohnt. Ein Doppelpack von Eunice Beckmann in der 67. und 76. Minute führte dann zum am Ende doch dem Spielverlauf entsprechenden Resultat. Yverdon fehlt damit nicht nur der erste Punkt, sondern auch das erste Tor der Meisterschaft. Mit einem Torverhältnis von 0:13 liegen die Westschweizerinnen noch hinter dem FC Aarau, der wenigstens schon zwei Tore erzielen konnte. Basel seinerseits belegt hinter dem FC Luzern aktuell den 3. Rang.

Grasshoppers Club – BSC Young Boys 4:2 (2:1)

Mit dem Ziel, zum Zehnerclub aufzuschliessen, reisten auch die BSC Young Boys nach Zürich. Das Team von Marisa Wunderlin nahm sich viel vor und wollte den Anschluss zum grossen Mittelfeld wieder herstellen. Sowohl gegen Basel (1:2) und gegen Lugano (0:1) mussten die Bernerinnen knappe Niederlagen in Kauf nehmen, zeigten aber, dass durchaus Potential für mehr da wäre. Hoch stehen, ein starkes Pressing sollten das Mittel zum Erfolg sein. Etwas, was GC-Trainer Miodrag Tomanic den Gästen am Ende durchaus auch zusprach, Marisa Wunderlin aber war gerade damit überhaupt nicht zufrieden. Wie mit der Leistung während der gesamten Spielzeit, weshalb sie den Sieg von GC auch als verdient bezeichnete: “Wenn ich wenigstens sagen könnte, wir hätten schön gespielt, aber nicht einmal dies war unseren Ansprüchen entsprechend.” YB startete zwar druckvoll in die Begegnung, versuchte mit schnellen und direkten Pässen das Spiel aufzubauen. GC war aber gut darauf eingestellt und lauerte auf Kontermöglichkeiten. Vieles lief über Caroline Müller, welche erstmals auch ein Aufgebot für das Nationalteam erhielt und mit nach Japan reisen darf (unser Bericht vom 6. Juni 2017). Gemeinsam mit Müller setzte sich die nach einem vierjährigen USA-Aufenthalt zurückgekehrte Bettina Brülhart (unser Bericht vom 29. Mai 2017) auf der rechten Seite mehrfach in Szene. Ein Duo, welches harmoniert und wohl auch in Zukunft noch von sich reden machen wird. Nicole Studer im Tor der Young Boys wurde also in dieser attraktiven und temporeichen Partie gleich mehrfach geprüft. Nach vier Minuten half ihr der Pfosten bei einem Abschluss von Tenini, eine Minute später versuchte es Müller aus der Drehung, doch Studer konnte zum Eckball klären. Knapp eine Viertelstunde war gespielt, da war Studer aber erstmals bezwungen. Fiona Hubler fasste sich ein Herz und zog aus 24 Metern ab. Die Torhüterin erwartete wohl, dass der Ball über die Umrandung gehen würde, doch senkte er sich und fand unter der Latte ins Ziel. Die Bernerinnen suchten danach den schnellen Ausgleich, doch gab es kaum ein Durchkommen bei der gut organisierten Abwehr. Nach gut einer halben Stunde kam der Gegentreffer aber doch. Die Hoppers liessen Alisha Lehmann zu viel Raum, diese konnte alleine auf Furrer ziehen und mit einem satten Schuss in die linke untere Ecke abziehen. In der Gegenbewegung prüfte Müller Studer erneut, wieder konnte die FCZ-Leihgabe ihr Team im Spiel halten. Fünf Minuten danach versuchte es Lehmann auf der gegnerischen Seite, mit einem schnellen Reflex verhinderte Furrer aber den Führungstreffer für YB. Die Bemühungen von GC waren da erfolgreicher. Vier Minuten vor der Pause, ausgehend wieder von Caroline Müller, trat Brülhart von der Grundlinie eine Flanke, welche per Kopf auf Hubler weitergeleitet werden konnte, die wiederum GC erneut in Führung brachte.

Caroline Müller konnte die erstmalige Nominierung für das A-Nationalteam eindrücklich rechtfertigen (Bild: Ronny Frei)

Knapp eine Stunde war gespielt, da erhöhte GC durch Laura Walker auf 3:1. Wieder war es ein Weitschuss, der von Studer nicht entschärft werden konnte. YB hielt das Tempo aber hoch, verkürzte nach 71 Minuten auf 3:2 und trug Charlotte Mayland in die Liste der Torschützinnen ein. Drei Minuten später verhinderte Furrer den erneuten Ausgleich, wieder war Lehmann erfolglos. Als sieben Minuten vor Ende der Partie Caroline Müller schneller als die Verteidigung der Bernerinnen war und sich auch selbst noch bejubeln liess, war die Niederlage besiegelt. Wunderlin kritisierte ihr Team dann auch deutlich: “Es sind die Ansprüche des Teams, den Anschluss ans Mittelfeld zu halten. Damit sind es auch meine Ansprüche. In zwei Dritteln der Fälle wollten wir zwar schnelle Pässe spielten, haben es aber nicht getan und wollten in Schönheit sterben.” GC-Trainer Tomanic ist selbstredend zufrieden mit der Leistung seines Teams: “Wir haben uns viel vorgenommen, wollten in Ballbesitz das Spiel sauber aufbauen, wurden aber durch das Pressing des Gegners überrascht.” Dies zwang ihn, das Konzept umzustellen, was von Erfolg gekrönt war. “Es war die mentale Komponente, die heute den Unterschied gemacht hat. Es war eine Topleistung meines Teams heute.” GC reiht sich, mit ebenfalls 10 Punkten, auf Rang vier ein, YB hat nun bereits sechs Punkte Rückstand auf den Zehnerclub.

Die Partie zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich wird aufgrund des Champions League-Einsatzes des FCZ (Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19:00 Uhr, Stadion Letzigrund) erst am 7. Februar 2018 nachgeholt.

Claudia Donatsch-Kreis, Marc-André Rauber, Romina Hodel, Axl Klausecker, Laila Koch, Markus Schärer, Carone Gianluca, Beat Steiner, WomensCup, Carol Rösli, fairygoals, Michi Lendi, Francesco Paciocco gefällt dieser Artikel

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